2002 waren wir bei Freunden in Südfrankreich, genauer in der Haute-Provence, in den Ferien. Kurz vorher war die 21jährige Hauskatze Lumpi gestorben.
Am letzten Ferientag miaute es kläglich in der Umgebung, und als ich nachschaute, fand ich im «La Borie» (ein ohne Mörtel geschichtetes Steinhaus, das in früheren Zeiten als Unterkunft für Hirten und Tiere gedient hatte) ein hungriges Kätzchen. Gerne hätten wir es gleich mitgenommen, doch unsere Abreise nahte, und wir wussten ja nicht, ob es nicht jemandem gehörte.
Wieder zuhause rief ich unsere Freunde, die noch geblieben waren, an und bat sie abzuklären, woher dieses Kätzchen allenfalls kam und überhaupt ob es gesund war. Die Freunde erklärten sich netterweise bereit dazu. Der Bescheid traf ein, dass das Tierchen wahrscheinlich ausgesetzt worden (das komme in dieser Gegend viel vor) oder abgehauen sei, und gemäss Tierärztin sei er, der kleine Kater nämlich, absolut gesund. Nun war der Fall für uns klar: wir würden ihn adoptieren, um ihm ein schönes Katerleben zu ermöglichen! Bestimmt hatte er uns deswegen ausgesucht… Der Name stand auch schon: Bori.
Unsere Freunde machten auch mit – super – und wurden gleich zu Paten von Bori erkoren.
Die Reise im Auto unserer Freunde verlief problemlos.
Seither lebt Bori bei uns, geniesst den grosszügigen Ausgang in den Garten und umliegende Reviere, versteckt sich in den ausgehöhlten Baumstämmen (extra für ihn herschleppen lassen), verwickelt sich manchmal in Kater-Kämpfe (zeitweise muss der Tierarzt Dr. Christian Métraux, Wabern, konsultiert werden), wechselt seine vielen Liegeplätzchen nach Lust und Laune (mein Mann sagt immer, es seien 100, was aber nicht ganz stimmt, es sind nur 99...), und ich verbringe viel Zeit mit ihm mit Spielen, Streicheln, Füttern usw. Er bereichert unser Leben.